Ein spannungsreiches Ensemble erwartet die Besucher des Universitätscampus in Hannover, denn hier begegnen sich Vergangenheit und Zukunft: Mitten auf den grünen Teppich des Welfenparks stellt sich stolz das historische Welfenschloss, das seit langem schon als Universitätsgebäude genutzt wird. Als der Hofbaumeister Heinrich Tramm 1857 mit dem Bau des pittoresken Welfenschlosses begonnen hatte, musste er sich – ob er wollte oder nicht – mit knarrenden Holztüren und einer Vielzahl unterschiedlicher Schlüssel herumschlagen. Beinahe hätte die Entscheidung zu Gunsten einer mechanischen Schließanlage beim Neubau der Technischen Informatik das Schlüsselkapitel der Universitätsgeschichte bis zum heutigen Tag fortgesetzt. Doch jetzt hat hier beim Schließsystem das digitale Zeitalter Einzug gehalten.
Im mehrjährigen Planungszeitraum von 1990 bis 1997 wuchs die Skepsis der Beteiligten, einer konventionellen Schließanlage den Zuschlag zu geben. Denn die vielfältigen Probleme und die geringe Flexibilität der altbewährten Schließpläne waren allen Verantwortlichen hinlänglich bekannt. Auch die grundsätzliche Frage nach einer wirklich zuverlässigen, flexiblen und gleichsam sicheren Schließanlage stellte die ursprünglichen Planungen in Frage. Immerhin sollten die insgesamt 233 Türen des Neubaus tatsächlich nur von den jeweils berechtigten Mitarbeitern und Studenten geöffnet werden können, um so die Sicherheits- und Zutrittsanforderungen der Labor- und Computerarbeitsplätze zu garantieren. Zugleich war eine einfache Verwaltung gefragt und nachträgliche Änderungen oder Nachrüstungen sollten problemlos möglich sein.
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Ein Vergleich, der sich lohnt.
Vor allem die Fragen, inwieweit diese komplexen Vorgaben problemlos eingelöst und wie die insgesamt über 300 Schlüssel des Institutsgebäudes richtig vergeben werden können, standen am Anfang der Überlegungen. Um konkrete Entscheidungshilfen zu bekommen, entwarfen die Mitarbeiter der Universität Hannover eine Matrix, in der vier unterschiedliche Schließsysteme ausführlich verglichen wurden. Angefangen vom einfachen mechanischen Schließzylinder, einer zusätzlichen Zugangselektronik oder Key-Card-Systemen, bis hin zum digitalen Schließsystem 3060 von SimonsVoss wurden sämtliche Schließanlagen gründlich untersucht. Schnell zeichnete sich ab, dass bei der Vielzahl an wichtigen Einzelkriterien das digitale Schließsystem von SimonsVoss mit beachtlichem Vorsprung als ’Testsieger’ hervorgehen würde. Nicht zuletzt deshalb, weil neben den vielen Vorteilen im alltäglichen Gebrauch – wie Zugangssicherheit, Zuverlässigkeit und Flexibilität – insbesondere der ‘Blick in die Zukunft’ zur entscheidenden Größe wurde.
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Der Blick über den Tag hinaus.
Bei rund 160 Gebäuden, die zur Universität Hannover gehören und über 30.000 Studierenden auf dem Campus macht es durchaus Sinn, eine Entscheidung für die Zukunft zu treffen und über den Tag hinaus zu denken: „Wir können nicht alle 10 bis 15 Jahre sämtliche Gebäude mit neuen Schließanlagen ausstatten“, gibt Gunter Gretenkort vom Sachgebiet Bau und Raumplanung zu bedenken. „Wir müssen langfristig planen – und auch die Frage der Nachrüstbarkeit vorhandener Schließanlagen berücksichtigen.“ Gerade diese Prämisse formuliert eine der Stärken des digitalen Schließsystems 3060: Da es sich in Größe und Gestalt an handelsüblichen Profilzylindern orientiert, ist es schnell und einfach nachzurüsten und für jedes DIN-Einsteckschloss universell einsetzbar. Durch die eigene Stromversorgung des Schließzylinders ist auch eine zusätzliche Verkabelung des Systems nicht erforderlich. Eine in den Türknauf integrierte Batterie, die über eine Lebensdauer von etwa 10 Jahren (300.000 Öffnungen) verfügt, signalisiert den Benutzern akustisch ein nachlassendes Energiepotenzial. Und während konventionelle Schließanlagen immer häufiger mit elektronischen Zutrittskontrollen, Gleitzeiterfassung und Parkgaragensteuerung aufwendig nachgerüstet werden, integriert das innovative Schließsystem von SimonsVoss auch diese Optionen.
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Ein einziger Transponder statt vieler Schlüsselbärte.
Im Neubau der Technischen Informatik übernimmt nunmehr ein Transponder, der sich für alle Türen zuständig fühlt, die Rolle der vielen bärtigen Schlüssel, die in den Altbauten noch zuhause sind. Dieser Transponder öffnet den Schließzylinder im Türknauf und gibt den autorisierten Personen den Weg sofort frei. Das bisweilen mühsame Auffinden des Schlüssellochs wird von einem bequemen Öffnen über Funksignal abgelöst.
Der digitale Schließzylinder kann dabei nicht nur bis zu 8.000 Transponder verwalten, sondern er weiß stets auch genau, wer hier wann entriegelt hat. Über die Zutrittsprotokollierung lassen sich die letzten 3.000 Zutritte mit Datum und Uhrzeit auslesen. Bei über 300 Transpondern, die an Mitarbeiter und Studenten ausgegeben wurden, bedeutet dieses „Mitdenken“ des Systems einen großen Vorteil für das Thema Sicherheit. Denn während mit jedem abhanden gekommenen Schlüssel bei einer mechanischen Schließanlage auch ein Stück Sicherheit verloren geht, lassen sich die Zugangscodes der Schließzylinder im Bedarfsfall sofort per Knopfdruck sperren oder verändern. Besonders bei öffentlichen Gebäuden und größeren Ensembles ist es gut zu wissen, wer hier ein- und ausgegangen ist. Selbst dann, wenn ein Student nur für ein bestimmtes Semester eine Zugangsberechtigung für einen Labor- oder Computerarbeitsplatz hat, findet das digitale Schließsystem die passende Antwort. Ist die Zugangsberechtigung erloschen, dreht der Außenknauf des Schließzylinders leer und verweigert den Zutritt.
Auch für den Fall von Gastvorträgen, Abendveranstaltungen oder einer externen Nutzung des neuen, gut ausgestatteten Multimediahörsaals bietet sich eine zeitlich beschränkte Zugangsberechtigung mit dem Transponder an – ohne dabei Sicherheitsrisiken in Kauf nehmen zu müssen. Zum Institutsalltag der Universität Hannover gehört auch die Situation, dass ein Professor an unterschiedlichen Instituten lehrt. Im Zweifelsfalle musste er bislang mit unterschiedlichen Schlüsseln ausgestattet werden. Mit dem Transponder und den flexiblen Schließplänen kann hier jetzt schnell auf die individuellen Bedürfnisse reagiert und eine Menge Verwaltungsaufwand gespart werden.
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Vernetzter Komfort.
Beim Neubau des Instituts standen für die technische Infrastruktur noch alle Optionen offen. Entsprechend hat man sich deshalb auch für die Vernetzung der gesamten Schließanlage entschieden: Weil die notwendige Verkabelung hier gleich mitgeplant wurde, konnten die verschiedenen Komponenten des Systems über ein Netzwerk miteinander verbunden werden. Mithilfe der Netzwerksoftware und den Hardwarekomponenten werden alle Informationen vom PC aus über einen Zweidrahtbus bis zum Netzwerkknoten, der sich in der Nähe einer digitalen Steuereinheit, eines Schließzylinders oder eines digitalen Schlosses befindet, übertragen. Von dort werden die Daten kabellos über Funk zur digitalen Komponente weitergeleitet.
„Auf diese Weise ist ein PC-gesteuertes Zutrittskontrollsystem entstanden, das sich von einer zentralen Stelle aus konfigurieren und verwalten lässt – komfortabel und zeitsparend“, erläutert Hartwig Jeschke aus der Abteilung Mikroelektronische Schaltungstechnik der Universität Hannover. Jede Veränderung lässt sich für alle Medien der gesamten Schließanlage sofort und ohne Zusatzaufwand nachvollziehen. Die Berechtigung neuer Mitarbeiter zum Beispiel oder die Sperrung eines verlorenen Transponders werden ebenso wie Änderungen im Schließplan, im Zeitzonenplan oder in der Feiertags- bzw. Urlaubsliste vom PC aus per Mausklick gesteuert. Dann werden die über den PC in das Netzwerk eingegebenen aktualisierten Daten direkt an die digitalen Schließzylinder übertragen.
Die Vernetzung gewährleistet darüber hinaus eine stets aktuelle Übersicht über die gesamte Anlage. Ein Blick auf den Bildschirm reicht aus, um genaue Auskunft über den Status jeder einzelnen Komponente zu erhalten.
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Mehrkosten, die sich sehr schnell auszahlen.
Auf diese Weise bietet das digitale Schließsystem der Universität ein Höchstmass an Flexibilität. Spätestens dann, wenn die Nutzung von Institutsräumen umgewandelt oder Belegungspläne verändert werden, bewährt sich die Anpassungsfähigkeit der digitalen Komponenten: Denn so können je nach Bedarf und ohne die zukünftigen Entwicklungen in starren Planungen bereits heute festzurren zu müssen, schnell und direkt individuelle Einstellungen am Schließplan vorgenommen werden.
Aber nicht nur im späteren Gebrauch offenbart das digitale Schließsystem seine Vorzüge. Bereits während der Planungsphase zeigte sich hier die weitaus größere Flexibilität des Systems. So musste selbst am Tag des Einzugs noch kein endgültiger Schließplan vorliegen. „Wir wussten, wir können das in dem Moment festlegen, wenn alles an seinem Platz ist“, erläutert Hartwig Jeschke. „Eine mechanische Schließanlage hätte hingegen eine exakte Planung mit einem mehrmonatigen Vorlauf erfordert.“